Botschaft des Präsidenten zum Jahreswechsel | Jahresrückblick

SAFP sieht Anpassungsbedarf bei Transfersystem im internationalen Fussball, die Notwendigkeit von Mindestlöhnen im Schweizer Fussball wie auch die Stärkung und Förderung des Frauenfussballs als zentral an; alles mit dem Ziel der Stärkung der Solidarität

Dass das Transfersystem inkl. Ausbildungsentschädigung für eine nachhaltige, bessere Lösung modernisiert wird, bleibt die Hoffnung auch für das Jahr 2020. Entsprechende Verhandlungen laufen mit der FIFA. Diese Verhandlungen haben mich als FIFPRO Board Mitglied im 2019 beschäftigt.  Wichtig für den Schweizer Fussball ist aber auch, dass die Solidarität bei den Ausschüttungen von Preisgeldern der UEFA-Wettbewerbe verbessert wird, um das Gefälle zwischen den grossen und kleinen Ligen zu reduzieren. In Verhandlungen mit der UEFA konnten wir als FIFPRO (www.fifpro.org) grosse Fortschritte im Umgang mit Gehirnerschütterungen erzielen, die schon bald umgesetzt und angewendet werden. 

Das Lohnniveau der Spieler in der Schweiz ist weiterhin ein Thema. Mindestlöhne im Profifussball sind notwendig. Das soll auf der Basis eines Gesamtarbeitsvertrages geschehen.

Auch im Frauenfussball sieht SAFP sehr grossen Handlungsbedarf. SAFP steht deshalb zurzeit in Verhandlungen mit dem SFV, um die Bedingungen der Frauen (Nationalmannschaft sowie NLA) nachhaltig zu verbessern.

Auf juristische Ebene haben wir auch dieses Jahr zahlreichen Spielern eine erfolgreiche Unterstützung bieten können. Die Hauptproblematik waren fristlose Kündigungen von Arbeitsverträgen. SAFP hat im letzten Jahr auch immer mehr Spielern juristisch geholfen, welche einmal in der Schweiz spielten und dann ins Ausland wechselten und dort keine Lohnzahlungen erhielten. 

Wir haben auch 2019 das SAFP GOLDEN 11 Team der Frauen prämiert, das von den Spielerinnen der NLA selber gewählt worden ist. Erstmals fand diese Prämierung in Zusammenarbeit mit dem SFV statt. Bei den Männern ist SAFP Teil der SFL Award Night vom 20. Januar 2020 und wird dort auch dieses Jahr das SAFP GOLDEN 11 Team der Super League prämieren, das von den Spielern der Super League selber gewählt worden ist. Für weitere Infos siehe www.goldenplayer.ch). 

Wir haben zum 16. Mal das Training für vertragslose Spieler durchgeführt und mit der SAFP-Mannschaft verschiedene Freundschaftsspiele bestritten und auch zum Abschluss des Trainincamps am FIFPRO Turnier in Lissabon teilgenommen (http://www.safp.ch/fifpro-tournament-1). Für das Training und die Betreuung der Turniermannschaft war wieder Joa Pavia zuständig. Das Training war ein voller Erfolg und fast alle Spieler haben eine neue Anstellung gefunden. Das Projekt mit dem FC United Zürich wurde per Juni 2019 eingestellt, weil die sportliche Perspektive in dieser Liga für die SAFP Mitglieder nicht mehr ganz stimmte.

Die auch dieses Jahr durchgeführten SAFP StarCamps (www.starcamps.ch) für Kinder waren (erstmals auch im Tessin) erfolgreich und erfolgten in Zusammenarbeit mit der Stiftung Lebenshilfe, die sich für Menschen mit besonderen Bedürfnissen einstellt. Diese SAFP StarCamps ermöglichen Spielern sich sozial zu engagieren.

Wichtig ist, dass wir in unseren Besprechungen mit der SFL und dem SFV erreichen konnten, dass der Videoschiedsrichter, den wir seit längerem forderten, erfolgreich eingeführt wurde. Wir waren auch mit unserem Anliegen des Einheitsballs erfolgreich und dieser wird ab der Saison 2020/2021 endlich Realität sein und zu besseren Arbeitsbedingungen und mehr Chancengleichheit führen. Auch stimmt SAFP einer Aufstockung der Super League zu und würde sogar eine noch grössere Aufstockung auf 14 oder 16 Mannschaften befürworten.

SAFP hat im 2019 die Plattform CareerDesk (www.careerdesk.ch) als wichtige Dienstleistung für die Standortbestimmung- und Karriereplanung für die Spieler weiter ausgebaut. Zusätzlich zur FIFPro Online Academy werden heute auf CareerDesk weitere interessante Möglichkeiten für die persönliche Weiterbildung der Spieler und Spielerinnen angeboten, wie z.B. Sprachschulen und akademische Ausbildungen etc. Seit 2019 wurde sodann eine in Zusammenarbeit mit FIFPro entwickelte Plattform aufgeschaltet, die den Spielern ermöglicht ihren Lebenslauf Online zu stellen, und ihn mit gezielt ausgewählten Partnerfirmen zu teilen.

Im Jahr 2020 wollen wir uns auf Projekte im Bereich Mental Health fokussieren.

Für das Jahr 2020 wünsche ich allen SAFP Mitgliedern und der gesamten Fussball-Familie neben Gesundheit, Glück und Zufriedenheit auch viele schöne Spiele und noch mehr Tore.

SAFP Präsident
RA Dr. iur. Lucien W. Valloni

 

 

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