Botschaft des Präsidenten zum Jahreswechsel | Jahresrückblick

 
Zürich, 31.12.2015/01.01.2016
 
Bewegende Zeiten – SAFP sieht Notwendigkeit der Einbindung aller Stakeholder in die FIFA Entscheidungsprozesse 
Der Fussball war 2015 in den Medien stark präsent, doch leider nicht das Fussballspiel als solches, sondern die FIFA Strukturen und Exponenten der FIFA Machtzentrale. Die bisher vorgeschlagenen Veränderungen bringen zwar gewisse wünschenswerte Anpassungen aber keine wirklichen Verbesserungen im bereich Demokratisierung des Monopolverbandes FIFA. Der Monopolverband FIFA braucht dringend die demokratische Einbindung der verschiedenen Exponenten des Fussballs. Dazu gehören neben den bereits eingebundenen Verbänden, die Ligen, die Klubs und insbesondere auch die Spieler wie auch die Fans, denn all diesen gehört der Fussball. So können besser und breiter abgestützte Entscheidungen getroffen werden, die die Zustimmung der wesentlichen Stakeholders im Fussball beinhalten. Nur so, kann von einer wirklichen Erneuerung gesprochen werden, die diesen Namen auch verdient. Dass die Macht im Fussball breiter und vielfältiger abgestützt werden muss, ist im Jahr 2015 allen klar geworden. Es ist nun an der Zeit, diese wesentlichen Anpassungen voranzutreiben, damit das Fussballspiel wieder ins Zentrum der Medien rückt. Die Spielervereinigungen sind bereit, mit der FIFA diesen Weg der Erneuerung und notwendigen Demokratisierung zu gehen. Selbstverständlich muss diese Einbindung der Stakeholder in die Entscheidungsprozesse, die den Fussball betreffen auch auf nationaler Ebene umgesetzt werden. Ein erster Schritt in diese Richtung ist das am 5. Januar 2016 zu unterzeichnende Memorandum of Understanding zwischen SAFP, der SFL und dem SFV. Darin ist u.a. festgehalten, dass alle Regeländerungen, welche den Berufsfussball betreffen zunächst mit SAFP besprochen werden. SAFP ist für diesen konstruktiven Dialog bereit und übernimmt Verantwortung.
Ein anderes wichtiges Dauerthema ist die Einführung einer paritätisch besetzten Schlichtungsstelle innerhalb des SVF/SFL, damit ein effizienter und effektiver Streiterledigungsmechanismus geschaffen wird. Wir setzen uns weiterhin dafür ein.
Nachdem erreicht werden konnte, dass Profiverträge auch für die 1. Liga möglich sind, ist dies nun auch für den Frauenfussball ein Muss. Der Frauenfussball wird neu in den Besprechungen mit dem SFV ein Thema sein.
Auch im 2015 haben wir auf juristische Ebene vielen Spielern eine erfolgreiche Unterstützung bieten können. Die Hauptproblematik war wiederum die Nichtbezahlung von Spielerlöhnen. Das macht klar, dass hier weitere reglementarische Verbesserungen zum Schutz der Spielerlöhne dringend notwendig sind.
Zum 9. Mal haben die Profispieler die Besten aus Ihren Reihen gewählt. Wir haben die SWISS GOLDEN PLAYERS AWARD – Preisverleihung im Casinotheater in Zug vor über 500 geladenen Gästen erfolgreich durchgeführt. Dass der SWISS GOLDEN PLAYER AWARD bei den Spielern eine grosse Bedeutung hat, zeigt sich auch darin, dass alle wichtigen Preisträger anwesend waren. Die Frauen wurden vollumfänglich integriert und sind mittlerweile wesentliche Bestandteil der Veranstaltung.
Wir haben auch dieses Jahr das Training für vertragslose Spieler durchgeführt und mit der SAFP-Mannschaft am FIFPro Turnier  teilgenommen. Für das Training und die Turniermannschaftsbetreuung war Goran Ivelj zuständig. Das Training und das Turnier war ein voller Erfolg und verschiedene Spieler haben eine neue Anstellung gefunden. 
Das erstmals durchgeführten SAFP StarCamps für Kinder waren erfolgreich.
Im 2015 haben wir entschieden den CareerDesk einzuführen. Unter der Marke CareerDesk werden alle Dienstleistungen im Zusammenhang mit Ausbildung und Karriereplanung zusammengefasst und ausgebaut. Wir wollen den Mitgliedern eine umfassende Karriereplanung bieten. Neben der FIFPro-Online Accademy wird bereits ein persönliche Situationsanalyse angeboten. Auch die Vermittlung von Klubs via die Spielervereinigungsvermittlungsagentur Fairsport und die Vermittlung von Jobs über Job-description wird bereits angeboten und im 2016 weiter ausgebaut.
Schliesslich haben wir zusammen mit FIFPro bei der EU Wettbewerbskommission eine Beschwerde gegen das FIFA Spielerstatusreglement eingereicht, um die inakzeptablen Auswirkungen des bisherigen Transfersystems zu Fall zu bringen.
Für das Jahr 2016 wünsche ich allen SAFP Mitgliedern und der gesamten Fussball-Familie neben Gesundheit, Glück und Zufriedenheit auch viele schöne Spiele und noch mehr Tore.“
 
SAFP Präsident 
RA Dr. Lucien W. Valloni

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